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Biene gezeichnet

Endlich: Totalverbot von Pestiziden, die Bienen töten

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Die EU hat ein zweijähriges Verbot dieser Pestizide bewilligt. Dies ist ein Riesenerfolg, doch die Chemie-Giganten Bayer/Monsanto und Syngenta wollen das Verbot mit harter Lobbyarbeit untergraben und ihre Pestizide auf dem Markt behalten. Mit einem Schwarm der Empörung können wir europäische Entscheidungsträger auffordern, konsequent zu bleiben und andere Länder dazu zu drängen, Profitgier nicht vor Umweltinteressen und unsere Gesundheit zu stellen.

Aber wir haben es geschafft: Ein Totalverbot von Pestiziden, die Bienen töten, in allen 28 EU-Ländern!

Es hat ganze sieben Jahren gedauert.  Darauf können wir stolz sein, auf unsere Gemeinschaft! Wir wurden in den letzten Tagen in hunderten Artikeln zitiert und die Medien haben uns als „Katalysator“ des Ergebnisses bezeichnet.

Es  gab mehr als 5 Milionen Unterschriften!

Bienensterben Maske

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es ist nicht nur ein Wendepunkt zur Rettung der Bienen weltweit – es verbietet die am meisten genutzten Insektenvernichtungsmittel und setzt die Industrie hoffentlich unter Druck, ein völlig neues Modell nicht giftiger Landwirtschaft zu entwickeln.

Still und leise sterben Milliarden von Bienen und das bedroht auch unsere Nutzpflanzen und Lebensmittel. Massiver Druck aus der Bevölkerung hat dazu beigetragen, dass die EU diese Bienengifte verboten hat. Doch wir müssen noch mehr tun, denn bienengefährdende Pestizide werden weltweit eingesetzt. 

 

Der Nabu schreibt: Verbot nur ein erster Schritt

„Glyphosat und Co. haben auf diesen Flächen nichts zu suchen. Daher ist die heutige Entscheidung ein längst überfälliger erster Schritt in die richtige Richtung, und die EU-Parlamentarier haben mit ihr ein wichtiges Signal gesetzt. Bis zu einer grundlegenden Reform der EU-Agrarpolitik und einer wirklichen Trendwende, um die erschreckenden Verluste der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft aufzuhalten, ist es trotzdem noch ein weiter Weg. Wir brauchen mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft mit blütenreichen Wiesen und Säumen, Brachflächen, Sträuchern und Hecken, wo Insekten und Feldvögel Lebensräume finden!“

Bienen und Pestizide Neonicotide

Selbst die Tagesschau berichtet:

„Die sogenannten Neonikotinoide gelten als eine Ursache für das Bienensterben. Drei dieser Insektengifte sollen in Europa nun nicht mehr im Freien eingesetzt werden dürfen. Der Einsatz in Gewächshäusern bleibt erlaubt.

Drei bienenschädliche Insektizide werden europaweit verboten. In Brüssel stimmten die Vertreter der EU-Länder mehrheitlich dafür, den Einsatz sogenannter Neonikotinoide auf Äckern zu verbieten. In Gewächshäusern dürfen die Stoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid aber weiterhin verwendet werden.“

 Allerdings wurden nur drei Pestizide im Freiland verboten (Eu-Freilandverbot) – in Gewächshäusern darf also weiterhin lustig mit Pestiziden Mißbrauch getrieben werden.

Insgesamt kein Grund jetzt bedenkenlos fröhlich zu sein. Es gibt mögliche „Nebenwirkungen“ und Gegenstimmen. u.a. vom Bienenkundler und Experten Herrn Wallmer, der den verschärften Einsatz von anderen, giftigen Ersatzmitteln befürchtet.:

Verbot könnte Aus für Rapsfelder sein

Bienenkundler Wallmer befürchtet aber nicht nur den möglichen Einsatz von gefährlichen Ersatzprodukten. Vielen Landwirten könnte das womöglich zu teuer sein und sie würden ihre Produktion von Raps auf Soja umstellen. Für die in diesen Tagen so zauberhaft gelb leuchtenden Landschaften in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mehr als nur ein optischer Verlust.

„Das wäre dann ein dramatischer Bumerang“, sagt Wallner, „die Bienen müssten dann nämlich verhungern.“ Den wenigsten Imkern und Politikern sei bewusst gewesen, dass die Verbotsentscheidung den Bienen gar nichts bringe und die Ersatzmaßnahmen die Lage verschlechtern könnten.

Spritzmittelspuren im Honig seien an seinem Institut in den vergangenen Jahren übrigens nicht nachweisbar gewesen, betonte Wallner, der das Rückstandslabor an seinem Institut leitet. Wer auch den Wildbienen wirklich helfen wollte, müsse dafür Sorge tragen, dass es genügend und vielfältige blühende Pflanzen gebe.

Und was kann jeder von uns ganz persönlich tun? Man kann selbst auch pestizidfrei auf Balkon und im eigenen Garten anpflanzen.

Wie kann ich ohne Pestizide gärtnern?

Pflanzen Sie heimische Pflanzenarten und -sorten, die zu Klima und Boden passen und beachten Sie die richtigen Pflanzabstände und die Bodenpflege. So garantieren Sie gesunde Pflanzen, die widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge sind. Mischkulturen zum Beispiel verhindern, dass sich Schädlinge schnell und großflächig ausbreiten können. Maßnahmen wie seltenes Mähen der Wiese, Schaffen von wilden Ecken und Strukturen, Belassen von abgeblühten Stauden schaffen Lebensraum für Nützlinge, die die Schädlinge im Zaum halten. Wenn es doch mal zu viel wird mit den ungeliebten Insekten, kann man Gitter oder Netze anbringen, Schädlinge absammeln, mit Pflanzensud wie Schachtelhalmbrühe oder Brennnesseljauche gießen oder gezielt Nützlinge wie zum Beispiel Nematoden, Schlupfwespen oder Raubmilben einsetzen.

Mehr Tipps zum pestizidfreien Gärtnern finden Sie hier.

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Weitere Infos und Quellangaben:

 

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