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75 Prozent weniger Fluginsekten

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Jahrzehntelange Untersuchungen belegen massive Biomasseverluste: 75 Prozent weniger

75 Prozent weniger Fluginsekten. Alarmierender Rückgang bei den Bienenvölkern: Von 55 in Deutschland vorkommenden Arten sind bereits über die Hälfte gefährdet.

27 Jahre wurden Schutzgebiete untersucht – die Ergebnisse sind erschreckend: Mehr als 75 Prozent weniger Biomasse bei Fluginsekten. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Insektenwelt in Schwierigkeiten steckt, sondern wie das Insektensterben zu stoppen ist.“

„Etwa 60 Prozent aller Naturschutzgebiete sind hierzulande kleiner als 50 Hektar. Die Gebiete werden durch ihre Insellage und durch ihre langen Außengrenze stark von ihrer Umgebung beeinflusst – äußere Einflüsse, wie der Eintrag von Pestiziden oder Nährstoffen (Eutrophierung) können nicht ausreichend abgepuffert werden.“

Der NABU e.V. fordert:

Inner- und außerhalb von Schutzgebieten muss verantwortungsvoller mit der Natur umgegangen werden. Auch wenn die Ursachenforschung mit Hochdruck weiterbetrieben werden muss, zeigen aus Ansicht des NABU bereits viele internationale Studien, dass hochwirksame Insektengifte und hier besonders aus der Wirkstoffklasse der Neonicotinoide eine bedeutende Rolle spielen können. Allein schon aufgrund dieser Ergebnisse fordert der NABU ein sofortiges und vollständiges Verbot dieser Pestizide.

Bildergebnis für usa lastwagen bestäubung bienen

Viele Leitmedien und Zeitungen harren geistig immer noch in der „heilen Natur“ von vor zwanzig Jahren und behaupten allen Ernstes noch in diesem Sommer, das Insekten und Bienensterben sei gar ein Reinfall auf die Werbekampagnen einer grün-roten Wahlkampagne. Solange in den Medien nur hin und wieder berichtet wird, oder gar politische Interessen vor Arterhaltung und Rettung einer vom Austerben bedrohten Tierart gefaselt wird, kann kein Bewußtsein in der Bevölkerung entstehen. Denn wer von uns zählt schon tatsächlich, wie viele Bienen und Hummeln de facto in seinem Garten fliegen oder in seine Balkonkästen zu den Blumen ? Bei dem ein oder anderen Heckengespräch zwischen Nachbarn hört man schon mal ab und zu, „Komisch waren aber echt wenig Hummeln dieses Jahr“. Aber dann wird wieder zum Tagesgeschäft übergegangen und die meisten haben keine Ahnung welche biologische, ökonomische und wirtschaftliche Katastrophe ein Insektensterben, das nicht gestoppt wird, verursachen wird.

Brisante Themen, die uns alle angehen sind die Fusion Bayer und Monsanto, der Einsatz von Glypusa lastwagen bestäubung bienenhosat (Round up), die einseitige Ausrichtung auf Agrargroßbetriebe, der Rückgang von Insekten insgesamt und das immense Bienensterben. Die Imker sind schon lange in Sorge – aber wer hört ihnen zu?

Auch Schmetterlinge und Schwebfliegen sind betroffen. Aber solange der Euro rollt, wird kein Pestizidhersteller und kein Politiker die Handbremse ziehen oder umdenken.

Das kann der engagierte Naturfreund soviel Petitionen unterschreiben oder auf Demos herumhüpfen wie er will.

Den Tenor der Politik: „Was das massenhafte Sterben der Insekten verursacht habe, sei noch nicht hinreichend geklärt.“

Wunderbar, auf dieser Aussage ruht man sich seit Jahren aus, wahrscheinlich solange, bis sprichwörtlich kein Honig mehr fließt. Der Mensch braucht ja die Insekten nicht, man kann perfide die Bäume wie in China ja von menschlicher Hand bestäuben lassen (→ Ausgerottet: In einem Obstanbaugebiet Chinas summt keine Biene mehr).

Oder wie in den USA wenn mit tonnenschweren Lastwagen Bienen durchs Land geschickt und transportiert werden müssen, um die Bestäubung, die auf natürliche Weise nicht mehr funktioniert, aufrecht zu erhalten. Koste es, was es wolle. Dem Menschen ist kein (Tier- oder Insekten-)Leben heilig genug, wenn der Profit steigerbar ist. „Wanderimkerei“ wird das zärtlich genannt.

Ein weiterer Aspekt: Die fehlende Nahrungsquelle, die Insekten für Vögel bilden, wird auch gern ausser Acht gelassen (siehe Amselsterben).

 

Die Netzfrauen recherchierten bereits 2014: Ein Bienenvolk braucht 150 Millionen Blüten, um genug Honig für den Winter zu haben. Noch im letzten Jahrhundert konnten die Bienen Minnesotas im Frühling in Blüten von Löwenzahn, Wildblumen, Alfalfa und Süßklee schwelgen, auch weil die Farmer früher die beiden letzteren Pflanzen als Eiweißfutter anbauten. Dadurch wurde Minnesota eine Art Honigmekka, das auch heute noch unter den fünf Staaten ist, die den meisten Honig produzieren. Heute gibt es in Minnesota größtenteils Soja- oder Maismonokulturen, in denen dank der Agrochemie nichts anderes wächst oder gar blüht.

Die in Verruf geratenen Neonikotinoide sollen laut Bayer in den Pflanzen in einer Konzentration vorliegen, die für Bienen und andere bestäubende Insekten ungefährlich ist. Dummerweise wird das Saatgut mit diesen Substanzen beschichtet. Damit die Körner nicht klumpen und die Saatmaschinen verstopfen, wird ein pulverförmiges Trennmittel zugegeben. Bei der Aussaat staubt dieses Pulver heraus und wird mit dem Wind als giftige Wolke verteilt. Diese Beschichtung mit Pestiziden betrifft in den USA 90% des Saatguts, wobei die Bauern beim Einkauf auch ökonomisch wenig Handlungsspielraum haben.

Eine Lösung kann nur sein, radikal und sofort die entsprechenden Pestizide und Neonikotinoide zu verbieten. Das wiederum ist Aufgabe der Politiker, und die, die das Volk immer wieder wählt, kümmert es aber wenig. Wer so verantwortungslos mit Flora und Fauna umgeht, schafft keine enkelkompatible Welt.  Aber wen kümmerts, solange der eigene Kühlschrank noch voll ist?


Quellen und weitere Information:

  • https://www.nabu.de/news/2017/10/23291.html?utm_source=Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=KW42_
  • http://www.rp-online.de/nrw/panorama/insektensterben-in-nrw-vorwuerfe-gegen-bauern-aid-1.7162883
  • http://meedia.de/2017/07/18/angeblicher-insektenschwund-wie-die-medien-in-die-gruen-rote-wahlkampffalle-tappten/
  • http://www.naturfreunde-nrw.de/naturfreunde-herzogenrath-merkstein-intensive-diskussion-bayer-vertreter
  • https://www.galileo.tv/weltweit/die-menschlichen-bienen-aus-china/
  • http://www.presseportal.de/pm/25171/3047184
  • http://globale-allmende.de/umwelt/biosphaere/apis-mellifera/wanderimkerei_usa
  • https://netzfrauen.org/2014/07/08/das-bienensterben-aus-sicht-der-wanderimker-den-usa/

 

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