Rückblick
Rückblick: Wir haben es satt. Demonstration Januar 2018.
Wir waren bunt, wir waren laut, wir waren 33.000! So viele engagierte Menschen aus ganz Deutschland und Europa sind am Samstag mit uns für eine andere Agrarpolitik auf die Straße gegangen. Bei der 8. „Wir haben es satt“-Demo in Berlin haben viele von Ihnen mit uns für eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft demonstriert: Es muss endlich Schluss sein mit der Tierquälerei in der Massentierhaltung, Glyphosat auf unseren Feldern und dem dramatischen Höfesterben in Deutschland. Herzlichen Dank, dass Sie unseren Protest unterstützt haben!

SPD und Union müssen Willen der Bevölkerung umsetzen: Schluss mit Glyphosat, Tierfabriken und weltweitem Höfesterben / Umwelt, Tiere und Bauernhöfe verzeihen keinen weiteren Stillstand
Vor dem Agrarministergipfel im Bundeswirtschaftsministerium schlagen die Demonstranten auf ihre Kochtöpfe und fordern die Achtung der Menschenrechte, faire Handelsbedingungen und mehr Unterstützung für die ländliche Bevölkerung weltweit. Schon am Vormittag hatten die 160 Bauern, die die Demonstration mit ihren Traktoren anführen, eine Protestnote an die 70 versammelten Minister aus aller Welt übergeben. „Wir wollen raus aus der fatalen Exportorientierung und Landkonzentration, die Bauern hier und weltweit das Genick bricht“, so Fritz über die Folgen der Agrarpolitik. Allein in den letzten 12 Jahren, mussten in Deutschland ein Drittel der Höfe ihre Tore schließen.
Informiert euch weiter – entscheidet täglich wo und was ihr einkauft! DAS ist die Macht des Volkes, um ihnen eine Harke zu zeigen.
Wir haben es satt
Wir haben es satt !
Am Samstag, 20. Januar, ziehen wir mit Zehntausenden Menschen aus ganz Europa durch die Straßen Berlins – bei der „Wir haben es satt!“-Demo.
Auch 2018 bleibt der böse Traum leider Realität: Glyphosat darf „dank“ Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt weiterhin auf unseren Feldern eingesetzt werden und gelangt so in unsere Nahrung. Ein Geschenk an Monsanto, Bayer und Co.? Hat sich der Minister damit für den Job als Chef-Lobbyist der Agrar-Chemie empfohlen? Wir wissen es nicht. Aber eines wissen wir zu 100 Prozent: Wir kämpfen weiter dafür, dass das Ackergift endgültig von unseren Feldern verschwindet!
In unserer Online-Aktion „Gemeinsam gegen Glyphosat“ appellieren wir an die Kanzlerin: Merkel soll Glyphosat in Deutschland so schnell wie möglich verbieten – nach dem Vorbild von Frankreich. Diesen nationalen Spielraum hat die Kanzlerin. Viele von Ihnen haben unseren Appell an die Kanzlerin bereits unterstützt. Einige von Ihnen haben mir sogar geschrieben, dass Sie sich auf Glyphosat haben testen lassen. Und tatsächlich, Rückstände des Unkrautvernichters konnten in Ihrem Urin nachgewiesen werden.

Über 80 Prozent der Menschen in Deutschland sind laut einer Forsa-Umfrage gegen eine weitere Zulassung von Glyphosat. Das Ackergift ist nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation wahrscheinlich krebserregend. Es ist außerdem maßgeblich verantwortlich für das dramatische Artensterben. Zum Beispiel gibt es heute 75 Prozent weniger Bienen und andere Insekten als noch vor 30 Jahren. Der BUND fordert, dass die Politik diese Probleme ernst nimmt und den Bürger*innen-Willen beachtet!
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Weitere Infos:
Termin: Demonstration in Berlin am 20. Januar 2018.
Busbörse
Hier finden Sie Ihre Fahrt zur Demo. Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz in einem unserer BUND-Busse:
https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/termine_un…
Weitere Infos
Hier finden Sie alle weiteren Infos zur WHES. Kommen Sie vor dem Start der Demo auch zum BUND-Infostand am Hauptbahnhof. Bei uns erhalten Sie Materialien, Fahnen, Schilder und warme Küken-Mützen. Die Route startet am Washingtonplatz (Hauptbahnhof) und endet am Brandenburger Tor.
https://www.bund.net/massentierhaltung/nutztierhaltung/wir-haben-es-satt/
Veranstalter: https://www.bund.net/ und Partner

75 Prozent weniger Fluginsekten
Jahrzehntelange Untersuchungen belegen massive Biomasseverluste: 75 Prozent weniger
75 Prozent weniger Fluginsekten. Alarmierender Rückgang bei den Bienenvölkern: Von 55 in Deutschland vorkommenden Arten sind bereits über die Hälfte gefährdet.
„27 Jahre wurden Schutzgebiete untersucht – die Ergebnisse sind erschreckend: Mehr als 75 Prozent weniger Biomasse bei Fluginsekten. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Insektenwelt in Schwierigkeiten steckt, sondern wie das Insektensterben zu stoppen ist.“
„Etwa 60 Prozent aller Naturschutzgebiete sind hierzulande kleiner als 50 Hektar. Die Gebiete werden durch ihre Insellage und durch ihre langen Außengrenze stark von ihrer Umgebung beeinflusst – äußere Einflüsse, wie der Eintrag von Pestiziden oder Nährstoffen (Eutrophierung) können nicht ausreichend abgepuffert werden.“
Der NABU e.V. fordert:
Inner- und außerhalb von Schutzgebieten muss verantwortungsvoller mit der Natur umgegangen werden. Auch wenn die Ursachenforschung mit Hochdruck weiterbetrieben werden muss, zeigen aus Ansicht des NABU bereits viele internationale Studien, dass hochwirksame Insektengifte und hier besonders aus der Wirkstoffklasse der Neonicotinoide eine bedeutende Rolle spielen können. Allein schon aufgrund dieser Ergebnisse fordert der NABU ein sofortiges und vollständiges Verbot dieser Pestizide.

Viele Leitmedien und Zeitungen harren geistig immer noch in der „heilen Natur“ von vor zwanzig Jahren und behaupten allen Ernstes noch in diesem Sommer, das Insekten und Bienensterben sei gar ein Reinfall auf die Werbekampagnen einer grün-roten Wahlkampagne. Solange in den Medien nur hin und wieder berichtet wird, oder gar politische Interessen vor Arterhaltung und Rettung einer vom Austerben bedrohten Tierart gefaselt wird, kann kein Bewußtsein in der Bevölkerung entstehen. Denn wer von uns zählt schon tatsächlich, wie viele Bienen und Hummeln de facto in seinem Garten fliegen oder in seine Balkonkästen zu den Blumen ? Bei dem ein oder anderen Heckengespräch zwischen Nachbarn hört man schon mal ab und zu, „Komisch waren aber echt wenig Hummeln dieses Jahr“. Aber dann wird wieder zum Tagesgeschäft übergegangen und die meisten haben keine Ahnung welche biologische, ökonomische und wirtschaftliche Katastrophe ein Insektensterben, das nicht gestoppt wird, verursachen wird.
Brisante Themen, die uns alle angehen sind die Fusion Bayer und Monsanto, der Einsatz von Glyp
hosat (Round up), die einseitige Ausrichtung auf Agrargroßbetriebe, der Rückgang von Insekten insgesamt und das immense Bienensterben. Die Imker sind schon lange in Sorge – aber wer hört ihnen zu?
Auch Schmetterlinge und Schwebfliegen sind betroffen. Aber solange der Euro rollt, wird kein Pestizidhersteller und kein Politiker die Handbremse ziehen oder umdenken.
Das kann der engagierte Naturfreund soviel Petitionen unterschreiben oder auf Demos herumhüpfen wie er will.
Den Tenor der Politik: „Was das massenhafte Sterben der Insekten verursacht habe, sei noch nicht hinreichend geklärt.“
Wunderbar, auf dieser Aussage ruht man sich seit Jahren aus, wahrscheinlich solange, bis sprichwörtlich kein Honig mehr fließt. Der Mensch braucht ja die Insekten nicht, man kann perfide die Bäume wie in China ja von menschlicher Hand bestäuben lassen (→ Ausgerottet: In einem Obstanba
ugebiet Chinas summt keine Biene mehr).
Oder wie in den USA wenn mit tonnenschweren Lastwagen Bienen durchs Land geschickt und transportiert werden müssen, um die Bestäubung, die auf natürliche Weise nicht mehr funktioniert, aufrecht zu erhalten. Koste es, was es wolle. Dem Menschen ist kein (Tier- oder Insekten-)Leben heilig genug, wenn der Profit steigerbar ist. „Wanderimkerei“ wird das zärtlich genannt.
Ein weiterer Aspekt: Die fehlende Nahrungsquelle, die Insekten für Vögel bilden, wird auch gern ausser Acht gelassen (siehe Amselsterben).
Die Netzfrauen recherchierten bereits 2014: Ein Bienenvolk braucht 150 Millionen Blüten, um genug Honig für den Winter zu haben. Noch im letzten Jahrhundert konnten die Bienen Minnesotas im Frühling in Blüten von Löwenzahn, Wildblumen, Alfalfa und Süßklee schwelgen, auch weil die Farmer früher die beiden letzteren Pflanzen als Eiweißfutter anbauten. Dadurch wurde Minnesota eine Art Honigmekka, das auch heute noch unter den fünf Staaten ist, die den meisten Honig produzieren. Heute gibt es in Minnesota größtenteils Soja- oder Maismonokulturen, in denen dank der Agrochemie nichts anderes wächst oder gar blüht.
Die in Verruf gerat
enen Neonikotinoide sollen laut Bayer in den Pflanzen in einer Konzentration vorliegen, die für Bienen und andere bestäubende Insekten ungefährlich ist. Dummerweise wird das Saatgut mit diesen Substanzen beschichtet. Damit die Körner nicht klumpen und die Saatmaschinen verstopfen, wird ein pulverförmiges Trennmittel zugegeben. Bei der Aussaat staubt dieses Pulver heraus und wird mit dem Wind als giftige Wolke verteilt. Diese Beschichtung mit Pestiziden betrifft in den USA 90% des Saatguts, wobei die Bauern beim Einkauf auch ökonomisch wenig Handlungsspielraum haben.
Eine Lösung kann nur sein, radikal und sofort die entsprechenden Pestizide und Neonikotinoide zu verbieten. Das wiederum ist Aufgabe der Politiker, und die, die das Volk immer wieder wählt, kümmert es aber wenig. Wer so verantwortungslos mit Flora und Fauna umgeht, schafft keine enkelkompatible Welt. Aber wen kümmerts, solange der eigene Kühlschrank noch voll ist?
Quellen und weitere Information:
- https://www.nabu.de/news/2017/10/23291.html?utm_source=Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=KW42_
- http://www.rp-online.de/nrw/panorama/insektensterben-in-nrw-vorwuerfe-gegen-bauern-aid-1.7162883
- http://meedia.de/2017/07/18/angeblicher-insektenschwund-wie-die-medien-in-die-gruen-rote-wahlkampffalle-tappten/
- http://www.naturfreunde-nrw.de/naturfreunde-herzogenrath-merkstein-intensive-diskussion-bayer-vertreter
- https://www.galileo.tv/weltweit/die-menschlichen-bienen-aus-china/
- http://www.presseportal.de/pm/25171/3047184
- http://globale-allmende.de/umwelt/biosphaere/apis-mellifera/wanderimkerei_usa
- https://netzfrauen.org/2014/07/08/das-bienensterben-aus-sicht-der-wanderimker-den-usa/
Erfolg gegen Glyphosat über 1,3 Mio Unterschriften
Unglaublich viele Unterschriften –
ein Erfolg gegen Glyphosat Anwendung
Jetzt geht die Auseinandersetzung um das meistverwendete Ackergift der Welt in die entscheidende Runde. Trotz aller Skandale und Vertuschungen, trotz der verheerenden Auswirkungen auf die Artenvielfalt und trotz seiner wahrscheinlich krebserregenden Wirkung wird die EU-Kommission am 19. Juli wohl offiziell vorschlagen, das Pestizid für weitere zehn Jahre zuzulassen. Aber unseren Protest kann sie nicht länger ignorieren: Dank unserer erfolgreichen Bürgerinitiative wird sich die Kommission in einem formellen Verfahren unseren Forderungen stellen müssen.
Weitere Informationen:
==> Europäische-Bürgerinitiative-Stop-Glyphosat
Und wer mitmachen und spenden möchte:
„Verbot von Herbiziden auf Glyphosat-Basis, deren Exposition mit Krebs beim Menschen in Verbindung gebracht wurde und zu einer Verschlechterung des Zustands von Ökosystemen geführt hat; Sicherstellung, dass die wissenschaftliche Bewertung von Pestiziden für die Genehmigung durch die Regulierungsbehörden der EU allein auf der Grundlage veröffentlichter Studien erfolgt, die von den zuständigen Behörden und nicht von der Pestizidindustrie in Auftrag gegeben wurden; Festlegung EU-weit verbindlicher Reduktionsziele für den Einsatz von Pestiziden mit Blick auf die Erreichung einer pestizidfreien Zukunft.“
Mehr auf der Seite vom:
Glyphosat Zulassung weiter offen
Glyphosat Zulassung
Glyphosat Zulassung … erst verschoben, keine Mehrheit, trotzdem Zulassung weiter offen?
Wie geht es jetzt weiter?
Die Glyphosat-Frage landet nun im Berufungsausschuss und wenn der sich ebenfalls nicht einigt, muss die EU-Kommission im Alleingang entscheiden. Für die Kommission keine leichte Entscheidung: Befürwortet sie am Ende die Verlängerung, steht sie in der Öffentlichkeit als Erfüllungsgehilfe von Monsanto da. Lässt sie die Zulassung Ende Juni auslaufen, muss sie mit Klagen der Glyphosat-Hersteller rechnen.

Sven Giegold dazu:
„Für einen glaubwürdigen Prozess müssen Studien zu Glyphosat öffentlich zugänglich gemacht werden. Die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde hält eine wichtige Studie weiterhin unter Verschluss und will EU-Abgeordneten nur in einem gesicherten Leseraum Zugang zu den Ergebnissen geben. Wenn es um Verbraucher- und Umweltschutz geht, dürfen Leseräume wie bei TTIP nicht zum Transparenzstandard werden.”
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in der erneuten Nichteinigung auf eine verlängerte Zulassung des Totalherbizids Glyphosat eine herbe Niederlage für die EU-Kommission und die Glyphosat-Hersteller.
„Es ist gut, dass die Entscheidung über eine weitere Zulassung von Glyphosat vorerst verschoben wurde“, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführerin Christine Lambrecht. Solange nicht eindeutig geklärt sei, ob Glyphosat gesundheitsschädlich sei oder nicht, dürfe das Unkrautvernichtungsmittel nicht wieder zugelassen werden. Für die SPD gelte das Vorsorgeprinzip, wonach nur zugelassen werden dürfe, was zweifelsfrei nicht gesundheitsschädlich sei.“
Von zweifesfrei kann nicht die Rede sein, sonst würde die Abstimmung nicht immer wieder verschoben.
Vorsorge für die Gesundheit der Menschen – wenn dies nicht Priorität hat, was dann?
Campact hat diese wundervolle 8 Fakten Grafik veröffentlicht, die kurz einen Überblick verschafft:

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Quellen:
-https://www.bund.net/index.php?id=23596
-http://www.sven-giegold.de/2016/glyphosat-zulassung-eu-kommission-darf-jetzt-nicht-im-alleingang-handeln/
-http://www.n-tv.de/politik/EU-verschiebt-Glyphosat-Entscheidung-article17729321.html
-http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Glyphosat-in-Europa-Ohne-Einigung-endet-die-Zulassung-im-Juni-id37832872.html

enen Neonikotinoide sollen laut Bayer in den Pflanzen in einer Konzentration vorliegen, die für Bienen und andere bestäubende Insekten ungefährlich ist. Dummerweise wird das Saatgut mit diesen Substanzen beschichtet. Damit die Körner nicht klumpen und die Saatmaschinen verstopfen, wird ein pulverförmiges Trennmittel zugegeben. Bei der Aussaat staubt dieses Pulver heraus und wird mit dem Wind als giftige Wolke verteilt. Diese Beschichtung mit Pestiziden betrifft in den USA 90% des Saatguts, wobei die Bauern beim Einkauf auch ökonomisch wenig Handlungsspielraum haben.

