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Jahresende und Jahresbeginn – Silvester

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Jahresende im Dezember?
Jahresanfang im Januar?

Quatsch mit Soße!

Liebe Leser,

ich weißt nicht wie es euch geht, aber ich persönlich habe keine Lust mehr mich irgendwelchen, und seien es noch so etablierte, Unwahrheiten oder falschem Neuzeitgedöns hinzugeben. Unsere „Wissenschaftler“ definieren ja lustig ganze Planeten aus unserem Sonnensystem hinaus und wieder hinein. So geschehen mit Pluto, erst war er zu klein, zu weit weg, dann wieder nicht. Aber ganz ehrlich, was kümmert’s den Pluto, ob die Menschen vom 3. Planeten von vorn ihn rein- oder rausdefinieren? An der Tatsache, dass es ihn gibt, ändert das rein gar nichts.

Wir sitzen vielen immer wiederkehrenden Irrtümern auf, oft weil wir damit groß geworden sind, oder weil wir glauben, dass „es schon immer so war“. Ich persönlich mag es nicht so sehr, mir „unnatürlich“ politisch geprägte Hirnschmalzergüsse irgendwelcher Herrscher, seien es nun Päpste, Kaiser oder Politiker überstülpen zu lassen. Ich halte es schon mein ganzes Leben lieber mit der Wahrheit und mit Tatsachen – und so werde ich auch diesen Wahnsinn um das vermeintlich „Weihnachtsdatum“ um den 24., 25., und 26. Dezember, als auch um den willkürlich verschobenen JAHRESBEGINN nicht mehr mittragen.

Wer sich auf die Suche nach der Wahrheit, und damit auf die Suche nach den Fakten zu Mutter Erde, ihren Umlaufzeiten, ihren Mondmonaten und ihren natürlichen Jahreszeiten pro Halbkugel macht, wird fündig werden!

Fakt ist: Es gibt 4 JAHRESZEITEN

Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Aber wann beginnt der Frühling?

Im MÄRZ.

Genauer: Frühlingsbeginn ist vom 21.März auf den 22. März,

die FrühlingstagundNachgleiche,

der Frühlingspunkt auf 0° im Widder auf der Ekliptik.

Wann beginnt demnach das natürliche JAHR der Jahreszeiten?

Richtig im MÄRZ.

Wann ist also der 1. Tag im neuen Jahr?

Richtig, am 1. März eines jeden Jahres.

Unsere Erde, die Natur, die Tiere, die Pflanzen – alles lebt mit der Natur und mit den Jahreszeiten, seit Jahrmillionen.
Daran hat sich faktisch bis heute nichts geändert.

wintersonnenwende steinbock

Was ist also passiert?

Es kam….der Mensch! (-;

Die Menschlein erforschten und beobachteten den natürlichen Lauf der Sonne, bzw. den der Erde und des Mondes, sie beobachteten alles hier auf Erden und den sichtbaren Sternenhimmel. Und für lange Zeit lebte der Mensch auch tatsächlich mit der Natur, mit den Jahreszeiten und unsere Vorfahren feierten den Jahresbeginn im Frühling / März. Es gab 3 Monate für jede Jahreszeit:

Frühling: März, April, Mai (1. bis 3. Monat)

Sommer: Juni, Juli, August (4. bis 6. Monat)

Herbst: September, Oktober, November (7. bis 9. Monat)

Winter: Dezember, Januar, Februar (10. bis 12. Monat)

Der Dezember ist demnach der 1. Wintermonat und der 10. Monat des Jahres, der Anfang des Winters liegt hier, die Wintersonnenwende, der Wendekreis des Steinbocks, der längste Tag des Jahres am 21.12. auf den 22.12.

Vom Jahresende kann überhaupt noch nicht die Rede sein, das ist erst im FEBRUAR. Wenn die Sonne in ihrem scheinbaren Lauf den Ekliptikabschnitt erreicht, der das Zeichen Widder beschreibt, beginnt auf der Nordhalbkugel der Erde das Frühjahr im März. Daran wird sich auch in Jahrtausenden nichts ändern, das ist eine astronomische Tatsache.

Was hat dazu geführt, dass wir nun das Jahresende im Dezember „feiern“ und glauben, der Januar sei der erste Monat des neuen Jahres?

Dabei ist der Januar gerade mal die Wintermitte, der 2. Wintermonat – nicht mehr und nicht weniger.

Alte Uhr Kirche mit Tierkreis

 

Aber der Mensch kam und baute sich ein KALENDERJAHR, eines, das sich auf religiöse und politische Gegebenheiten anpassen ließ, eines um seine Macht zu demonstrieren und dem naturnah lebenden Völkern seinen Willen überzustülpen.

Ein bisschen erinnern übrigens heute noch immer die „Zählmonate“ an die ursprünglichen Jahresrechnung, wobei, wenn man im MÄRZ ( 1. Monat ) das Jahr beginnt, der

September der 7. Monat (lat. septem, der Siebte) ist,
der Oktober (lat. octem) der 8. Monat,
der November ( lat. novem) der 9. Monat und
der Dezember (decem) der 10. Monat.

Kurzabriß der Jahres-Änderungen

Der größenwahnsinnige Julius Cäsar kam mit seinen Beratern auf die Idee, doch direkt mal den 5. Monat „Quinctilis“, also den Juli, nach sich selbst zu benennen. Im Jahre 153 v. Chr. verlegten die Römer den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar, nämlich auf den Tag des Amtsantrittes ihrer Konsulen. Eine andere Quelle behauptet, es sei 45/46 v.Chr. gewesen. Ändert aber nichts daran, dass der Jahresbeginn vom März in den kalten Januar (nach dem doppelköpfigen Gott Janus benannt) mitten im Winter verlegt wurde.

jahreskreis

Im Jahr 567 wurde wieder der 1. März zum Jahresbeginn erklärt. Man bezog sich damit erneut auf den Frühlingsanfang und die Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche. Der 1. März war daher auch nur eine Art „Richtwert“, der tatsächliche Jahresbeginn hing von der Tag-und-Nacht-Gleiche ab.

Und wieder eine Änderung: im Jahre 1691 bestätigte die Kirche, die damals auch für den Kalender zuständig war, unter Papst Innozenz XII. (1691-1700) offiziell wieder den 1. Januar als Neujahrstag.

Mit der Umstellung des Julianischen Kalenders auf den Gregorianischen Kalender (nach Papst Gregor dem XIII), zog die Kalenderreform und damit der Dezember (der zehnte Monat) als Endes des Jahres fest in unsere Kalender und Köpfe als 12. Monat ein. Bleibt trotzdem Blödsinn und hat nichts mit den natürlichen Jahreszeiten zu tun. Der Jahres-Anfang ist nicht, wenn es arschkalt ist, und alle Natur noch schläft….. Man kann sich vorstellen: Wie schön war wohl der Jahresbeginn (Neujahr) im März für unsere Vorfahren, wenn alles beginnt zu erblühen und die Natur erwacht.

Wie ging es weiter?

Papst Gregor XIII., der von 1572 bis 1582 regierte, ordnete auf Grund eines Beschlusses vom Konzil von Trient in einer päpstlichen Bulle, die er am 24. Februar 1582 bekannt gab, die noch heute gültige Reform des Julianischen Kalenders an. Es wurden folgende Regelungen zusätzlich festgelegt:

1. Um die bis dahin aufgelaufene Differenz zwischen astronomischem und kalendarischem Frühlingsbeginn zu beseitigen, sind zehn Tage aus dem Kalender zu streichen. Auf Donnerstag, den 4. Oktober, hat unmittelbar Freitag, der 15. Oktober 1582 zu folgen.

2. Damit es nicht wieder zu Abweichungen vom Sonnenlauf komme, sind die Säkularjahre (volle Jahrhunderte wie 1700, 1800, 1900) Gemeinjahre zu 365 Tagen und keine Schaltjahre, es sei denn, sie sind ohne Rest durch 400 teilbar. Damit sind die Jahre 1600, 2000 und 2400 Schaltjahre mit 366 Tagen.

3. Die Osterregelung wird neu definiert.

„In manchen Kalenderwerken wurden die Daten für den Kalender „alten“ und „neuen Styls“ gedruckt. Johannes Keppler, zwar dem evangelischen Bekenntnis nahestehend, begrüßte aus sachlichen Gründen den „neuen Styl“. In zahlreichen Pamphleten wurde Papst Gregor XIII. angegriffen. Er würde den Gestirnen vorschreiben wollen, sich nach seinem Kalender zu richten, ja er sei gar der leibhaftige Antichrist, der sich anmaße, durch den „neuen Styl“ Jesus Christus derart zu verwirren, dass dieser nicht mehr wisse, „wann der jüngste Tag sei“. In Italien, Spanien, Frankreich Portugal, Luxemburg und Polen wurde der Gregorianische Kalender sogleich im Jahre 1582 gemäß der Päpstlichen Bulle eingeführt. Bayern folgte 1583, Österreich und die Schweiz 1584, Ungarn 1587 und Preußen 1610. Das protestantische Deutschland ließ erst am 18. Februar 1700 sofort den 1. März folgen, ebenso Norwegen und Dänemark. Erhard Weigel, Professor zu Jena und Schüler von Leibniz, überzeugte die evangelischen Reichsstände schließlich, dass der „neue Styl“ der astronomisch-chronologisch richtige ist, und der deutsche Kaiser Leopold I. setzte sich vehement für eine gemeinsame Festregelung ein.“

Die Gründe

Zusamenfassend sei noch einmal festgehalten: Dass das Jahr am 1. Januar beginnt war also längst nicht immer so: Bis ins zweite Jahrhundert vor Christus begann das Jahr im März. Dann veranlasste eine militärische Notwendigkeit die Römer, das Datum zu verlegen, die Kirche zog später nach und wir wechselten vom gregorianischen Kalender zum julianischen Kalender.

1. Die Ausdehnung des Röm. Reiches

Seit dem zweiten Punischen Krieg gegen Karthago befanden sich die Römer dauerhaft mit den iberischen Stämmen im Konflikt. Im Jahr 154 vor Christus brach eine bewaffnete Revolte aus und die iberischen Krieger drängten die Römer rasch zurück. Rom, das keine bedeutende Militärpräsenz in Spanien unterhielt, musste schnell handeln.

Insbesondere der Termin der Konsulwahlen im März verhinderte jedoch eine rasche Reaktion. Da die Aushebung der Truppen und der Anmarsch von Konsul und Heer nach Spanien viel Zeit in Anspruch nahmen, hätten die neuen Befehlshaber erst im Sommer ihre Truppen ins Feld führen können.

2. Praktisch: Mehr Zeit durch Verlegung des Jahresbeginns

Die Herrschenden wählten kurzerhand eine etwas unübliche Lösung: Sie zogen den Wahltermin und mit ihm auch den Jahresbeginn einfach vor. Da der Kalender in Rom wichtige religiöse Funktionen erfüllte, beaufsichtigten und verwalteten ihn die Priester. Sie entschieden über Feier- oder Unglückstage und waren für den Einbau von „Schaltmonaten“ verantwortlich.

Pontifex Maximus beschloss im Jahr 154 vor Christus, den Jahresbeginn vom ersten März auf den ersten Januar zu verschieben. So konnten die wichtigen Wahlen bereits im Winter stattfinden.

Wer ist also verantwortlich am kalten Jahresbeginn mitten im Winter?

Genau. Die Römer und die Kirche.

Da heutzutage weder die politischen Entscheidungen der alten Römer, noch die Institution Kirche oder machthungrige Päpste allein und diktatorisch Entscheidungen für die gesamte Welt treffen können, darf die Frage erlaubt sein, warum immer noch an solchen Entscheidungen festgehalten wird? Ach ja, die beiden Hauptgründe: das „war schon immer so“ und dann noch „was für ein Verwaltungakt das wäre“. Da ich beides überholt und realitätsfremd finde, werde ich ab sofort den
Jahresbeginn wieder zum 1.März feiern, der letzte Tag des Jahres ist entsprechend der 28. oder 29. Februar, und die FrühlingstagundNachtgleiche (Ostara) wird gebührend gefeiert als Beginn des Frühlings, des Wachsen, Gedeihens und Blühens und zwar am: 20./21. MÄRZ ! (-:

So willkürlich die Kalenderrechnung und -gebung auch gewesen sein mag, wer kann uns hindern, wieder im Einklang mit den natülichen Jahreszeiten zu leben? Weg von den Lügen, weg von Politik und Kirche, weg von Willkürlichkeit – und HIN ZUR NATURNÄHE und Mutter Erde und astronomischen Gegebenheiten. Ich mag den Anfang nicht mehr am Ende feiern, ich mag nicht mehr bestimmen lassen, dass ich gegen die Jahreszeit und gegen den natürlichen (Bio)Rhythmus leben soll. Ich glaube auch, dass der depressive Winterblues im Dezember und Januar uns Menschen nicht gut tut, und dass ein Jahresanfang zum 1. März viel symbolischen und emotionalen Positivismus mit sich bringen würde.

Deshalb wünsche ich euch auch keinen „guten Rutsch“ zu Silvester mehr sondern, einen schönen und noch andauernden Winter. (-; Ich rutsche nämlich erst zum 1. März! Ahoi.

Eure Nivi  (-:

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Quellen:
1. –
http://www.feiern-online.de/feiern-online/inhalt-feiertage/neujahr.htm

2. –http://www.computus.de/grundlagen/der_julianische_kalender.html

3. – Siegfried Knepper, November 1999 E-mail: siegfried.knepper@gmx.de

4. – http://www.focus.de/wissen/experten/zerjadtke/pragmatische-kriegsentscheidung-die-roemer-sind-schuld-am-kalten-jahresbeginn_id_3811542.html

Literatur:

  • Plassman, J., Himmelskunde, Freiburg 1898 

  • Newcomb, S., Populäre Astronomie, Leipzig 1881

  • Mädler, J. H., Populäre Astronomie, Berlin 1852 

  • Plassman, J., Pohle, J., Der Sternenhimmel, München 1902

  • Budde, Klampen, Schlüsseldaten Astronomie, Dortmund 1996

  • Keller, Korkoschka, Himmelsjahr 1999, Stuttgart 1999 

  • L. Heilbron, The Sun in the Church, Harvard University Press

Erste Veröffentlichung am 24.12.2015

 

Passendes Zitat

Jahresende und Silvester

Der 31. Dezember als Jahresende und der 1. Januar als Jahresanfang sind willkürliche Setzungen, „Buchhaltertermine“ ohne kulturelle oder religiöse Verwurzelungen. Diesen Termin gibt es aber schon seit mehr als 2.000 Jahren: 46 vor Christus hat ihn Julius Caesar bei seiner – später so genannten – julianischen Kalenderreform eingeführt. Caesar löste mit dieser Setzung offiziell den 1. März als Jahresbeginn ab, der bei der Revision des römischen Kalenders 153 vor Christus festgelegt worden war. Der 1. März wurde aber auch nach der julianischen Kalenderreform von vielen Menschen beibehalten.  Die Byzantiner dagegen begannen das Jahr am 1. September; weite Teile der Christenheit wählten den 25. Dezember, die Menschwerdung Christi, zum Jahresbeginn (= Inkarnationsstil). Der Jahresbeginn mit der Geburt Christi war insofern konsequent, weil diese Geburt als Zeitenwende und auch die Jahre „a nativitate domini“ (und das Jahr damit als „anno domini“) gezählt wurden. Nach der Gregorianischen Kalenderreform 1582, als der offizielle Kalender wieder dem tropischen Jahr angepaßt wurde, setzte sich ganz allmählich der 31. Dezember als Jahresende (Silvester) und der 1. Januar als Jahresbeginn durch. Erst 1691 hat Papst Innocenz XII. (1691 – 1700) diesen Jahresbeginn offiziell anerkannt.
© Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

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